Arbeitsvertrag: 10 Klauseln, die Sie vor der Unterschrift prüfen sollten

Vergütung, Wettbewerbsverbot, Mobilität, Kündigungsfrist: was vor der Unterschrift zu prüfen ist.

Man bietet Ihnen eine Stelle an, der Vertrag kommt, die Vorfreude ist da. Aber nehmen Sie sich vor der Unterschrift 10 Minuten: Manche Klauseln betreffen Ihre Vergütung, Ihre Mobilität und sogar Ihre berufliche Zukunft.

Eine Unterschrift bedeutet die Annahme des gesamten Vertrags. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen die 10 zu prüfenden Klauseln — und die Fallstricke.

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Warum den Arbeitsvertrag lesen

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Die 10 vor der Unterschrift zu prüfenden Klauseln

1. Position, Qualifikation und Einstufung

Prüfen: Bezeichnung, Qualifikation und Einstufung entsprechen der tatsächlichen Stelle und dem Tarifvertrag.

Eine zu niedrige Einstufung = geringerer Mindestlohn und reduzierte Rechte. Vergleichen Sie mit der Tariftabelle.


2. Vergütung und variable Bestandteile

Prüfen: das Grundgehalt, aber auch die Bedingungen von Prämien und variablen Anteilen.

Hüten Sie sich vor variablen Anteilen „nach Zielen", die nicht definiert sind. Verlangen Sie klare Kriterien: ohne sie wird die Prämie womöglich nie gezahlt.


3. Arbeitszeit und Tagespauschale

Prüfen: die Wochenarbeitszeit oder die Tagespauschale und die Erfassung der Überstunden.

Eine Tagespauschale ohne Belastungskontrolle ist anfechtbar. Prüfen Sie, ob sie vom Tarifvertrag vorgesehen ist und wie Ihre Stunden gezählt werden.


4. Probezeit

Prüfen: ihre Dauer und ihre Verlängerungsbedingungen.

Eine zu lange Probezeit verlängert Ihre Unsicherheit. Prüfen Sie, ob sie die gesetzlichen und tariflichen Höchstgrenzen einhält.


5. Wettbewerbsverbot

Prüfen: Dauer, geografisches Gebiet, betroffene Tätigkeiten und vor allem die finanzielle Gegenleistung.

Ohne finanzielle Gegenleistung ist die Klausel nichtig. Falls sie existiert, prüfen Sie, ob sie Ihre künftige Stelle zu sehr einschränkt — sie ist verhandelbar.


6. Mobilitätsklausel

Prüfen: das präzise geografische Gebiet, in das Sie versetzt werden können.

Eine Klausel „im gesamten Gebiet" ist zu weit. Eine unbestimmte Mobilitätsklausel kann angefochten werden, aber es ist besser, sie vor der Unterschrift abzugrenzen.


7. Ausbildungsrückzahlungsklausel

Prüfen: ob Sie eine Weiterbildung bei vorzeitigem Ausscheiden zurückzahlen müssen.

Diese Klausel ist nur unter Bedingungen gültig (teure Weiterbildung, verhältnismäßiger Betrag, begrenzte Dauer). Prüfen Sie Betrag und Bindungsdauer.


8. Vertraulichkeit und geistiges Eigentum

Prüfen: den Umfang der Vertraulichkeit und das Schicksal Ihrer Werke.

Bei kreativen oder technischen Positionen prüfen Sie, wem Ihre Werke gehören und ob Sie Rechte an Ihrem Know-how behalten.


9. Kündigungsfrist und Beendigungsbedingungen

Prüfen: die Kündigungsfrist bei Eigenkündigung oder Entlassung.

Eine lange Kündigungsfrist kann Sie für eine künftige Stelle blockieren. Prüfen Sie, ob sie dem Tarifvertrag entspricht.


10. Tarifvertrag und Zusatzleistungen

Prüfen: den genannten Tarifvertrag, da er viele Rechte festlegt (Urlaub, Prämien, Kündigungsfrist).

Lesen Sie die Zusatzleistungen: Krankenversicherung, Essensgutscheine, freie Tage, 13. Monatsgehalt. Vergleichen Sie mit dem mündlich Versprochenen.


Häufige Fallstricke

Klausel Warnsignal
Wettbewerbsverbot Keine finanzielle Gegenleistung
Tagespauschale Keine Belastungskontrolle
Variabler Anteil Undefinierte Ziele
Mobilität Gebiet „gesamtes Territorium"
Ausbildungsrückzahlung Unverhältnismäßiger Betrag
Probezeit Dauer über dem Maximum

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FAQ: Einen Arbeitsvertrag prüfen

Kann ich meinen Arbeitsvertrag verhandeln?

Ja. Vor der Unterschrift ist alles verhandelbar: Gehalt, Probezeit, Wettbewerbsverbot, Homeoffice. Ein seriöser Arbeitgeber lässt die Diskussion zu.

Ist ein Wettbewerbsverbot ohne Gegenleistung gültig?

Nein. Ohne finanzielle Gegenleistung ist es nichtig. Sie können es anfechten, aber es ist besser, es vor der Unterschrift zu erkennen und zu verhandeln.

Was tun, wenn eine Klausel missbräuchlich erscheint?

Verlangen Sie eine Änderung vor der Unterschrift. Einmal unterschrieben, sind Sie gebunden. Im Zweifel lassen Sie den Vertrag analysieren (subblink) und konsultieren einen Anwalt oder eine Gewerkschaft.

Muss der Vertrag den Tarifvertrag erwähnen?

Ja, das ist in der Regel Pflicht. Er geht dem Vertrag vor, wenn er günstiger ist (Mindestlohn, Kündigungsfrist, Urlaub).

Wie viel Bedenkzeit vor der Unterschrift?

Es gibt nicht immer eine gesetzliche Frist, aber Sie können Bedenkzeit verlangen. Unterschreiben Sie nie unter Druck, ohne den gesamten Vertrag gelesen zu haben.


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Fazit

Ihr Arbeitsvertrag prägt Ihren Alltag und Ihre berufliche Zukunft. Zehn Minuten Prüfung ersparen Ihnen Monate von Zwängen — und geben Ihnen Argumente zum Verhandeln.

Lesen Sie die 10 Klauseln, erkennen Sie die Fallstricke und prüfen Sie in 2 Minuten.

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